Herpes

Fast schon jeder hatte mit diesen schmerzenden Bläschen an den Lippen zu tun gehabt. Im Volksmund werden diese auch Fieberbläschen genannt, wobei die richtige Bezeichnung Herpes ist. Dabei gibt es zwei verschiedene Typen von Viren, die diesen hervorrufen können.

Herpes Typ I

Die genaue Bezeichnung ist für den Virus HSV Typ 1, mit dem sich die Menschen ganz leicht infizieren können. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Tröpfcheninfektion, also kann der Virus durch Niesen, Husten oder auch Küssen übertragen werden. Doch dies sind nicht die einzigen Übertragungswege, denn der Virus kann auch über die Nutzung des gleichen Besteckes oder eines gemeinsamen Glases geschehen. Doch Herpes muss nicht immer gleich ausbrechen, sondern einige Menschen hatten es sogar noch nie mit diesem Virus zu tun. Dies obwohl der Virus im Körper vorhanden ist, muss Herpes nicht ausbrechen. Meist geschieht dies, wenn die Abwehr im menschlichen Körper gerade mit einer anderen Erkrankung wie einer Erkältung beschäftigt ist. Dann ist die beste Gelegenheit für diesen Virus, sich auch bemerkbar zu machen. Daher kommt auch für Herpes die Bezeichnung Fieberbläschen, da dieser meist bei einer fiebrigen Erkrankung ebenfalls auftritt. Somit ist Fieberbläschen nicht ganz verkehrt, auch wenn es sich bei Herpes dann wieder um eine andere Erkrankung handelt. Die Ansteckung geschieht hierbei meistens schon vor dem sechsten Lebensjahr, wobei Herpes dann noch nicht direkt ausbrechen muss. Dabei ist werden diese Viren über die empfindliche Haut an den Lippen übertragen und wandern dann entlang der Nerven ins Rückenmark. Dort können diese über Jahre in einer Art Ruhezustand verharren. Besser gesagt die Viren lauern auf die Gelegenheit, um dann auszubrechen. Herpes kann auch dann entstehen, wenn der Körper wie bei HIV geschwächt ist, oder der Mensch Medikamente nehmen muss. Allerdings sind von Herpes nur 20 oder 30 % der Menschen betroffen, für die Lippenherpes, zu einem immer wiederkehrendem Ärgernis gehört. Doch Sorgen muss sich hier niemand machen, denn unser Körper kann das Virus ganz gut in Schach halten. Ein kleiner Trost ist auch noch, mit zunehmendem Alter tritt Herpes seltener auf.

Herpes simplex Virus-Typ 2

Diese Art von Herpes tritt bei den Geschlechtsteilen auf und wird daher auch als Herpes genitales bezeichnet. Von diesen Viren sind ca. 15 bis 25 % betroffen, wobei diese Angaben schwanken. Der Ansteckungsweg ist identisch mit dem Typ 1 Virus, also über den Mund und vor allem dem Lippenbereich. Häufig wird auch dieser Virustyp verschleppt und tritt auch nicht immer auf. Dabei ist gerade die empfindliche Haut der Lippen sehr empfindlich für Infektionen, wobei das Virus unter ganz bestimmten Umständen immer wieder aktiv werden kann. Reaktiviert werden die Viren dann wiederum durch Fieber oder andere Infektionen. Doch das sind nicht die einzigen Auswirkungen die Herpes wieder aktivieren können. Hierzu zählen auch Stress, Übermüdung, Ängste und Trauer. Also immer wenn der Mensch sich geschwächt fühlt, kann diese Erkrankung auftreten. Dabei ist der Weg fast identisch wie bei der Ansteckung mit Herpes. Allerdings wandern hier die Vieren wieder über die Nervenbahnen aus dem Rückenmark zu den Lippen und verursachen dann diese schmerzenden und brennenden Bläschen. Doch in der Regel muss hier nichts weiter unternommen werden, da unser Körper ganz alleine mit diesen Viren fertig wird. Dies gilt aber auch nur im Normalfall, also wenn die Bläschen nicht aufplatzen und sich dann entzünden. Also kann Herpes auch wieder von ganz alleine gehen, ohne direkt einen Arzt aufzusuchen.

Erste Symptome

Herpes wird von vielen Menschen schon vor dem Ausbruch bemerkt. Dabei sind zum Beispiel die Lippen sehr empfindlich, oder diese spannen. In einigen Fällen kann auch ein leichtes Brennen auftreten, oder ein Kribbeln. Wer diese ersten Symptome bemerkt, sollte hier schon eine Creme oder ein Gel gegen Viren auftragen. So kann dann ein Ausbruch von Herpes noch in der Entstehung verhindert werden. Doch in vielen Fällen treten diese Vorboten nicht auf und Herpes bricht praktisch über Nacht, oder innerhalb von Stunden auf. Zusätzlich schwellen häufig auch noch die Lymphknoten im betroffenen Bereich an. Diese können dann schmerzen. Die Bläschen füllen sich dann noch mit Flüssigkeit, wobei diese nach einiger Zeit aufplatzen. In diesem Stadium können sich anderen Menschen jetzt ganz leicht mit Herpes anstecken. Daher sollte hier besondere Vorsicht gelten, damit andere sich nicht anstecken. Diese offenen Stellen werden mit Schorf bedeckt, womit dann hier keine Ansteckungsgefahr mehr vorhanden ist. Diese Stellen heilen dann nach ein oder zwei Wochen aus und der Herpes ist ausgestanden. Wichtig ist bei Herpes immer, nicht an den Bläschen kratzen oder den Schorf abmachen. Gerade dieser Schorf löst sich ganz von alleine und fällt dann ab.

Folgeerkrankungen durch Herpes

Wie oben beschrieben ist dies der normale Verlauf bei Herpes, doch gerade bei HIV erkrankten oder bei Neugeborenen können schwere Komplikationen auftreten. Dies gilt auch für Patienten die sich eine Chemotherapie unterziehen müssen, da auch hier das Immunsystem stark geschwächt ist. Hier kann es in einzelnen Fällen sogar zu lebensbedrohlichen Infektionen kommen. Dabei kann durch einfaches Kratzen eine Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken, eine eitrige Entzündung, entstehen. Ebenfalls kann bei Neurodermitis sich Herpes im gesamten Körper ausbreiten und dann auf der gesamten Haut solche lästigen Bläschen entstehen. Daher ist hier immer der Gang zum Arzt empfehlenswert, damit es zu keinen Komplikationen kommen kann.

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